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THE STORY





NAME:
[*] Lauren Maloney
Ein relativ schlichter Name, mit dem die junge Maloney äußerst zufrieden ist. Sie bezweifelt, dass ihre Eltern sich bei der Namensgebung Gedanken über die Bedeutung des Namens und deren Hintergründe gemacht haben.

SPITZNAME:
[*] Die meisten Menschen stimmen mit Lauren überein, dass ihr Name bereits kurz genug ist und deswegen keine weiteren Abkürzungen bedarf. Besonders in Zeiten der Grundschule fanden es einige Mitschüler wohl recht amüsant, ihren Nachnamen in [I]Melon[/I] umzuwandeln und sie nach dem Obststück zu nennen. Mittlerweile ist auch das abgeebbt und sie wird von allen Lauren oder aber selten auch Laury gerufen.


ALTER:
[*] Lauren ist am 13. Mai diesen Jahres 22 Jahre alt geworden. Ihr Geburtsort ist Las Vegas, wo sie auch heute noch wohnt. Geboren wurde sie im Jahre 1985, unter dem Sternzeichen des Stieres, dem sie mit einigen Eigenschaften gerecht wird.

BERUF:
[*] Sie übt keinen Beruf aus, sondern ist Studentin an der UNLV. Dort studiert sie seit mittlerweile zwei Jahren Literatur, mit einem Schwerpunkt auf aktuellen Medien. Allerdings hat Lauren ihr Studium jetzt für eine ungewisse Zeit wegen der Schwangerschaft unterbrochen und um Geld zu verdienen, einen kleinen Nebenberuf angenommen. Auch den wird sie jedoch bald schon wieder niederlegen müssen, um sich ganz ihrem Kind widmen zu können.


GESELLSCHAFTSSCHICHT:
[*] Laurens Familie gehört eindeutig der Oberschicht an. Beide Elternteile verdienen nicht schlecht, hinzu kommt die Erbschaft von Laurens Großmutter väterlicherseits. Auch die Tochter der Maloneys kann einiges an Geld als ihr Eigen bezeichnen, auch wenn sie keines davon selber verdient hat, sondern sie es in regelmäßigen Abständen von ihren Eltern überwiesen bekommt. Ohne dieses Geld könnte sie sich das Studium nicht leisten. Allerdings war Lauren noch nie ein Mensch, der viel über Geld redet. So sieht und merkt man ihr diesen Reichtum auch nicht auf den ersten Blick an, eine Tatsache, auf die sie viel Wert legt.


BEHAUSUNG:
[*] Sie wohnt mit ihren Eltern in einem nicht unbedingt unauffälligen Haus in Las Vegas. Lauren hat sich noch nicht gerade oft Gedanken darüber gemacht auszuziehen, auch wenn sie bereits das ein oder andere Mal die Möglichkeit dazu gehabt hatte. Schließlich hätte sie auch wie andere Studenten in das Wohnheim der Universität ziehen können, aber sie blieb lieber bei ihrer Familie.

Das änderte sich vor ein paar Monaten, als sie von ihrer Schwangerschaft erfuhr. Sie war sich darüber bewusst, dass ihre Eltern dies nicht begrüßen würden und glücklicherweise hatte sie so einen tollen besten Freund wie Dylan Newman. Dieser bot ihr an, bei ihm einzuziehen und seit Mitte Juli nimmt Lauren das Gästezimmer in dessen Appartement in Anspruch. Alles nur vorrübergehend, selbstverständlich. Wenn das Kind erst einmal auf der Welt ist und sie genug Geld hat, will sie sich eine eigene Wohnung suchen.


FAMILIE & GUTE FREUNDE:
[*] An oberster Stelle in der Familie steht Christopher Maloney, mittlerweile 51 Jahre alt und angesehener Chirurg für plastische Chirurgie in der Stadt Las Vegas. So lernte er auch seine zweite Ehefrau Jennifer Dawson kennen, die eines Tages auf seinem Op-Tisch landete, um sich ein neues Paar Brüste verpassen zu lassen. Schicksal? Auf jeden Fall sollte es bei Christophers zweiten Ehe länger als sieben Monate gut gehen. Bereits ein Jahr nach dem besagten Treffen in dem Operationssaal, heirateten Christopher Maloney und Jennifer Dawson in Las Vegas. Jennifer, die ursprünglich nur auf Durchreise in dieser Stadt gewesen war, zog zu ihrem Ehemann in ein großes Haus in die Stadt, die niemals schlief. Zwei Jahre später wurde Lauren Maloney geboren.
Das Verhältnis von Lauren zu ihren Eltern ist ziemlich gemischt. Es gibt Tage, an denen sie mit ihrer Mutter richtige Gespräche führen kann, an denen sie das Gefühl hat, ihr alles anvertrauen zu können. Dann wiederum gibt es Wochen, in denen sie keines ihrer Elternteile zu Gesicht bekommt und sie auf sich alleine gestellt ist, wie auch schon so oft zuvor in ihrem Leben. Nur hatte sie als kleines Kind noch ein Kindermädchen, das dazu gedacht war, der jungen Maloney jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Manchmal hat Lauren das Gefühl, als würden ihre Eltern sie nicht richtig kennen – und als würde auch sie nur die Fassaden ihrer Eltern kennen, die alle anderen Menschen in der Stadt auch kannten. Als kleines Kind wünschte sie sich oft mehr Aufmerksamkeit, besonders wenn sie stolz mit einem Selbstgezeichneten Bild aus der Schule nach Hause kam und sie es zwei Wochen später enttäuscht im Altpapier neben der abgelaufenen Zeitung fand. Christopher und Jennifer unterscheiden sich in einigen Punkten von einem typischen Elternpaar.

Des Weiteren ist an dieser Stelle unbedingt der Mann zu erwähnen, der für Lauren seit ihrer Kindheit zu ihrer Bezugsperson Nummer Eins geworden ist und der mittlerweile vermutlich mehr über sie weiß, als ihre Eltern – Dylan Newman. 22 Jahre alt, Student und möglicherweise Gottes Geschenk an die Frauenwelt. Wobei letzteres leicht zu bezweifeln ist, da schon so einige Frauen, mit denen er den Umgang pflegte, anschließend über ein gebrochenes Herz klagten. Laurens und Dylans Freundschaft begann bereits in der Sandkiste. Man kann es wohl als [I]Freundschaft auf den ersten Blick[/I] bezeichnen, denn die darauf folgenden Tage verstrichen nicht, ohne dass sie sich mindestens einmal gesehen hatten. Von da an trafen sie sich regelmäßig, mal im Hause der Newmans, mal im Hause der Maloneys. Ihre Freundschaft brachte auch ihre jeweiligen Elternpaare näher zusammen und so kam es mit der Zeit auch häufiger zu Treffen, bei der die gesamte Familie Newman und die gesamte Familie Maloney anwesend war. Laurens Freundschaft zu Dylan hat sich in den Jahren nicht verloren und auch jetzt darf sie sich noch als seine beste Freundin schimpfen. Sie durchliefen gemeinsam die Highschool Zeit, machten zusammen ihren Abschluss und ließen sich schließlich auch beide auf der Universität von Las Vegas blicken. Auch wenn bereits die wildesten Gerüchte über sie kursierten und obwohl Lauren sich das ein oder andere Mal eifersüchtige Kommentare von Dylans Verehrerinnen anhören musste, sind die beiden nur Freunde und werden dies auch bleiben.


CHARAKTER:
[*] Es gibt diese Menschen, die sind dir auf den ersten Blick sympathisch. Sie schaffen es mit Leichtigkeit, Freunde zu gewinnen, durch Freundlichkeit, Humor und ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein. Lauren gehört zu diesen Menschen. Von Natur aus ist sie unheimlich freundlich und hilfsbreit, ganz besonders in Bezug auf die Menschen, die ihr sehr viel am Herzen liegen. Freunde und Familie sind das wichtigste in ihrem Leben, ohne sie wäre ein Überleben kaum denkbar. Vielleicht etwas seltsam, wo doch ihr Verhältnis zu ihren Eltern nicht unbedingt das Beste ist. Trotzdem hat sie ziemlichen Respekt vor ihrer Mutter und ihrem Vater und es gab schließlich hin und wieder auch mal Situationen, in denen sie ihr zur Seite standen. Zwar halten sich die Situationen in Grenzen, aber Lauren sind diese Wenigen wichtiger, als gar keine.
Es ist nicht schwer, das Vertrauen der jungen Amerikanerin für sich zu gewinnen. Im Grunde genommen ist es sogar viel zu leicht und genau das macht Lauren so verletzlich. Sie vertraut sich Menschen viel zu schnell an, würde für sie sogar die Hand ins Feuer legen – und ist ein leichtes Opfer, wenn es darum geht, jemandes Vertrauen auszunutzen. Lauren liegt viel Wert auf Aufrichtigkeit und Loyalität. Vertrauensbrüche zählen in ihren Augen zu den schlimmsten Dingen, die ein Mensch einem anderen antun kann. Nicht zuletzt, weil sie diese schon oft am eigenen Leib gespürt hat. Und trotzdem waren diese ihr bis jetzt nie eine Warnung. Normalerweise erwartet man von den Menschen doch, dass sie in der Zukunft umsichtiger sind, vorsichtiger und ihr Herz nicht so schnell verschenken. Ganz anders Lauren: Noch immer ist sie der gewohnt offene Mensch, der jedem Hilfe anbietet und den man nicht lange von sich überzeugen muss. In anderen Menschen ruft sie vermutlich häufig einen gewissen Beschützerinstinkt hervor, sie erscheint klein und verletzlich. Im Grunde genommen ist sie das auch, trotzdem braucht sie keinen Beschützer. In ihrem Leben hat sie gelernt, auf sich alleine gestellt zu sein und Freundschaften zu bestimmten Leuten haben sie abgehärtet. Nehmen wir zum Beispiel ihren besten Freund Dylan Newman. Er war immer der Wagemutigere von ihnen, immer der Selbstbewusstere, immer der, der voran ging, während sie folgte. Sie war es immer gewesen, die mehr über die Konsequenzen von Taten nachgedacht hat, sie war die Stimme der Vernunft. Und das ist sie auch heute noch. Jedoch ist auch sie durch die Freundschaft selbstbewusster geworden. Nicht umsonst heißt es ja auch, dass die Menschen um dich herum dich zu dem formen, was du letztendlich bist. Es sind die Einflüsse der anderen, die deine Charaktereigenschaften schärfen oder schwächen. Natürlich kann man sich diesen Einflüssen entgegen setzen und ihnen trotzen. Aber zu denen gehört Lauren eher weniger. Generell ist sie jemand, der sich die Meinung anderer sehr zu Herzen nimmt, in manchen Augenblicken wohl auch zu sehr. Lauren kann es überhaupt nicht leiden, wenn schlecht über sie geredet wird, ein Grund mehr, warum sie immer versucht, es anderen recht zu machen. Es gibt Tage, an denen sie die Bedürfnisse anderer über die Eigenen stellt. Ob das eine gute oder eine schlechte Eigenschaft ist, darüber lässt sich vermutlich streiten. Lauren zumindest bekam schon deren Vor- und Nachteile zu spüren. Gerüchte oder böse Zungen um sie herum können die junge Frau sehr einschüchtern, auch jetzt mit zweiundzwanzig Jahren noch. Ihr Vorhaben, sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, gelingt nur in den seltensten Fällen.
Insgesamt gesehen ist Lauren ein eher ausgeglichener Mensch, zumindest würde sie sich von anderen nicht bis zur Wut reizen lassen. Bei ihr zeigt sich so etwas eher durch Einschüchterung. Die Beherrschung verliert sie so gut wie nie und um sie zur Weißglut zu treiben, muss man schon so einiges anstellen. Hat man es geschafft, ist es nicht sehr einfach, ihr Vertrauen beziehungsweise ihre Sympathie zurück zu gewinnen [selbiges gilt bei Vertrauensbrüchen aller Art]. Lauren ist unglaublich nachtragend und selbst nach drei Jahren hält sie anderen noch Dinge vor, die sie damals getan haben. Allerdings gilt das auch bei positiven Sachen – hat man ihr also vor langer Zeit einen Gefallen getan, vergisst sie einem das nicht und sie versucht sich, schnellstmöglich zu revanchieren. Sie ist jemand, der an alten, eingestandenen Dingen festhält, zum Beispiel auch Traditionen. In manchen Bereichen ist sie vielleicht auch etwas altmodisch eingestellt, so träumt sie zum Beispiel von Sonntagsfrühstücken, bei denen die gesamte Familie anwesend ist. Klischees spielen in ihrem Leben eine große Rolle und manchmal ist es schwierig, sie vom Gegenteil zu überzeugen.

Die oben genannten Eigenschaften gehören eher der ruhigen, zurückhaltenden Lauren an. Je nachdem, in was für eine Gesellschaft sie sich befindet, lässt sich auch manchmal eine andere Seite von ihr zeigen, eine die etwas ausgelassener, kindischer ist und nicht immer in Gedanken bei den Konsequenzen und bei dem, was passieren könnte. Wenn es nach Lauren ginge, ist ihre Zukunft schon verplant. Sie träumt von den üblichen Dingen – einmal einen guten Beruf zu haben, ein glückliches Leben und eine große Familie. Bevor sie etwas tut, kalkuliert sie die Konsequenzen, Spontaneität trifft man bei Lauren eher selten und eben auch nur in Gesellschaft der richtigen Menschen. Zum Beispiel in der ihrer engen Freunde, in der sie beinah für jeden Spaß zu haben ist und sie die mahnenden Stimmen der Vernunft auch gerne mal überhört. Sie schafft es, mit kleinen Erzählungen andere Menschen zum Lachen zu bringen und nicht unbedingt selten ist es ihr Humor, der von anderen Menschen als erstes als eine ihrer guten Eigenschaften genannt wird. In Freundschaften übernimmt Lauren den Part, der guten Zuhörerin, der Person, der man sich anvertrauen kann. Sie selbst hat auch kein Problem, in dieser Beziehung aus sich heraus zu kommen, aber wie bereits erwähnt – meist zu schnell und meist mit nicht so erfreulichen Folgen.


VORLIEBEN:
[*] Die einfachen Dinge des Lebens
Lauren war schon immer jemand, der sich mit wenig zufrieden gibt und der besonders Kleinigkeiten genießen kann. Zum Beispiel liebt sie es, bei schönem Wetter draußen im Garten zu liegen, den Vögeln beim Zwitschern zuzuhören und mit der Handfläche über die einzelnen Grashalme zu streichen. Die kleine, kitzlige Berührung ist ihrer Meinung nach ein unbeschreibliches Gefühl, etwas was viele Menschen einfach übergehen. Aus dem Grund geht sie besonders im Sommer sehr gerne ohne Schuhe aus dem Haus, einfach um den rauen Asphalt oder eben das sanfte Gras unter den Fußsohlen zu spüren. Viele Menschen können diese Vorliebe vermutlich gar nicht nachvollziehen, da sie sich mit solchen Kleinigkeiten nicht beschäftigen.

Einsamkeit, Zweisamkeit ...
Manche Tage verbringt sie am liebsten alleine, an anderen wiederum ist sie am liebsten mit ihren Freunden oder ihrer Familie zusammen. Nur große Menschenmengen – das ist etwas, was sie überhaupt nicht leiden kann. In diesen kommt sie sich unglaublich verloren vor und meistens geht in diesen die Nähe zu vielen Menschen verloren. Sie empfindet es als etwas viel schöneres, ein nettes Gespräch mit einem guten Freund auf dem Sofa zu haben, als auf einer Party einigen Leuten über die laute Musik etwas zurufen zu müssen. Das heißt nicht, dass nicht auch sie hier und da abends weggeht. Aber meistens ist daran dann ihr bester Freund Dylan Schuld.

Aufräumen, Umdekorieren – kurz: Ihrer Kreativität freien Lauf lassen
Man könnte Lauren vielleicht als Ordnungsfanatikerin bezeichnen. Sie kann es einfach nicht leiden, wenn überall in der Wohnung Chaos herrscht und so kann es schon einmal vorkommen, dass sie der angestellten Putzfrau im Hause Maloney die ganze Arbeit nimmt, indem sie selber zu Besen und Putzlappen greift. Auch liebt sie es, in ihrem eigenen Zimmer alles neu umzudekorieren und umzustellen. Man kann sich also vielleicht vorstellen, wie es erst aussehen wird, wenn Lauren erst einmal eine eigene Wohnung hat. Auch schafft sie es wohl kaum, an diesen gemütlichen, kleinen Geschäften in der Stadt vorüberzugehen, in denen man nette Artikel zum Dekorieren kaufen kann.

Altmodische Sachen, Traditionen, Erinnerungen etc.
Lauren ist jemand, der sehr an älteren Dingen festhält. Zum Beispiel auch die alten Vorstellungen und Klischees von Freundschaften, Familien oder ähnlichem. Sie hat wirklich nichts gegen Entwicklungen und neue Sachen einzuwenden, solange etwas von dem Gewohnten erhalten bleibt. Oftmals träumt sie von den vergangen Zeiten, ihrer Kindheit und wie einfach damals alles noch gewesen war. Sie gehört zu den Menschen, die am liebsten alles auf Bildern festhalten – bevorzugt natürlich in Marmeladengläsern, bei denen man nur den Deckel aufschrauben muss und schon befindet sich man wieder in dem Moment, den man eingefangen hat. Gleichzeitig muss man wohl dazusagen, dass Lauren vieles manchmal zu schnell geht und man kaum Zeit hat, sich an die neuen Dinge zu gewöhnen – bis heute kann sie nicht richtig mit einem Handy umgehen, allerhöchstens eine Sms tippen [und auch dafür braucht sie einige Zeit mehr als andere].

Weihnachten
Gibt es ein schöneres Fest? Und da Lauren an Traditionen festhält, geht es ihr dabei nicht um Geschenke oder all den Kitsch, den man zu dieser Jahreszeit in den Geschäften in der Stadt kaufen kann. Sie braucht keine großartigen Geschenke und sicher auch keinen riesigen Weihnachtsmann aus Plastik, der im Garten steht, um glücklich zu sein. Ihr reicht das Zusammensein mit Freunden oder der Familie, das Gefühl der Besinnlichkeit und natürlich – wie könnte es auch anders sein – die kleinen Dinge, die zu Weihnachten dazugehören. Jedes Jahr werden Plätzchen gebacken. Jedes Jahr geht sie Schlitten fahren – selbst mit zweiundzwanzig Jahren noch. Jedes Jahr geht man einen Weihnachtsbaum kaufen und jedes Jahr schmückt man ihn. Es ist diese Routine, die Lauren ein schönes Gefühl gibt und die Weihnachten zu einer ihrer größten Vorlieben macht.


ABNEIGUNGEN:
[*] Chaos und Unordnung
Der Grund für diese Abneigung ist wahrscheinlich nicht schwer zu erraten. Die junge Frau bevorzugt es einfach, eine gewisse Ordnung zu halten – und das nicht nur in ihrem Zimmer, sondern auch in ihrem Leben. Bei ihr ist fast alles geplant. Sie schleppt überall ihren Kalender mit ihn und spricht man sie auf ein bevorstehendes Datum an, kann sie einem genau sagen, was sie an dem Tag tun wird [sofern der Tag nicht weit entfernt in der Zukunft liegt]. Lauren wird nur ungern von Dingen überrumpelt, auch wenn sie gegen kleine Überraschungen nichts einzuwenden hat. Aber wie gesagt, diese sollten sich in einem kleinen Maß halten, zum Beispiel der unangekündigte Besuch eines guten Freundes oder ein kleines Geschenk, mit dem sie nicht gerechnet hat. Auf jeden Fall nichts, dass mehr als vierundzwanzig Stunden ihres Lebens betrifft und über die sie dann keine Kontrolle mehr hat.

Gefühlskalte Menschen
Eben diese Menschen, die das komplette Gegenteil von Lauren darstellen. Solche, die weder Liebe, noch Hass spüren und es erst recht nicht ausleben können. Lauren Maloney ist ein romantischer Mensch, geprägt von ihren Gefühlen, geleitet von ihren Gefühlen. Ihr Herz verschenkt sie beinah so schnell wie einen Lutscher an das Nachbarkind. Natürlich gibt es allerdings auch Tage, an denen sie diese Menschen beneidet. An Tagen der Trauer, der Wut oder der Einsamkeit. An diesen Tagen sehnt sie sich danach, auch einmal alle Gefühle ausblenden zu können.

Cliff-Hänger
Abrupte Enden? Grausam. Das Gefühl des Nichtswissen, man weiß einfach nicht, wie es weitergeht. Ob es ein gutes Ende haben wird oder nicht. Das bezieht sich nicht nur auf Filme, sondern auch auf viele andere Dinge. Vermutlich lässt sich diese Abneigung auch mit der gegen unangekündigte Dinge zu tun, eben diese großen Überraschungen, die einen eher schocken, als das sie einen glücklich machen. Bei einem Cliff-Hänger im wahren Leben ist es beinah unmöglich, wirklich zu planen oder zu organisieren, etwas, was Lauren doch sonst den lieben, langen Tag lang macht.

Unaufmerksamkeit – ihre Eltern?
Lauren würde nie sagen, dass sie ihre Eltern nicht mag. Auch, wenn sie manchmal dieses Gefühl kaum unterdrücken kann. Sie wünscht sich Aufmerksamkeit, die bekommt sie nicht. Zumindest nicht von ihren Eltern. Sie konnte auch noch so tolle Geschichten mit nach Hause bringen, ihre Eltern würden entweder gar nicht, oder nur mit einem Ohr zuhören, sodass sie am nächsten Tag wieder alles vergessen hatten. Das hat das weitere Leben der Lauren Maloney sehr geprägt, auch heute kann sie es nicht leiden, wenn ihr jemand nicht die gewollte Aufmerksamkeit schenkt. Dabei geht es ihr nicht einmal darum, durchgängig im Mittelpunkt zu stehen.

Michael Newman
Diese Abneigung hegt Lauren erst seit kurzem und alles andere, was sie bisher nicht leiden konnte, erscheint ihr gegen ihn unglaublich klein. Ursprünglich war er doch einmal etwas wie ein zweiter Vater gewesen, ein Mensch, dem sie vertrauen konnte. Er nutzte es aus, brachte sie zum Fall und seitdem kann sie ihm nicht einmal mehr in die Augen blicken. Gründe für diese Abneigung werden einem spätestens dann deutlich, wenn man ihre Geschichte kennt.


LEBENSLAUF:
[*] Spielt das Wetter bei der Geburt einer Person eine Rolle? Ist ein Menschen besonders fröhlich, wenn an besagtem Tag die Sonne schien oder dementsprechend besonders traurig, wenn es regnete? Sollte diese Theorie wirklich stimmen, musste am 13. Mai 1985 die Sonne geschienen haben, am Tag der Geburt von Lauren Maloney, erste und einzige Tochter des erfolgreichen Ehepaares Christopher und Jennifer Maloney. Geboren in der Stadt, die niemals schläft, in der Stadt, in der alles möglich und nichts unmöglich ist. Viele Menschen sagen, dass man es als kleines Kind in einer solchen Großstadt nicht einfach hat und vermutlich stimmt das auch. Besonders, wenn man um sich herum keine Menschen in dem eigenen Alter hatte. So verbrachte Lauren die ersten Jahre ihrer Kindheit damit, sich von ihrem Kindermädchen betüddeln und sich jeden Wunsch von den Lippen ablesen zu lassen. Ganz im Gegenteil zu den Wünschen ihrer Eltern, waren sie bei ihr schon immer recht bescheiden gewesen. Als Kind hätte man Lauren in die Spalte von typischen Kleinkindern stecken können. Sie lief mit Weitgeöffneten Augen durch das Leben, wollte alles anfassen, alles ausprobieren, alles Neue entdecken. Riet die Köchin ihr, nicht auf die Herdplatte zu fassen, weil diese heiß sei, musste sie sich unbedingt selber überzeugen. Der brennende Schmerz auf der Handfläche bewies ihr am Ende, dass die Köchin nicht gelogen hatte. Trotz ihrer großen Entdeckungslust hatte sie schon immer zu den stilleren Kindern gehört. Alleine saß sie in ihrem Zimmer, kritzelte undefinierbare Sachen auf Blätter oder verbrachte alleine Zeit im Garten – natürlich unter den wachsamen Augen ihres Kindermädchens. Diese Einsamkeit sollte ein Ende haben, als Dylan Newman mit seiner Familie direkt in ihre Nähe zog, nur ein Haus von ihnen entfernt. Endlich war jemand in ihrem Alter da, endlich ein Spielkamerad. Und hatte man Lauren bisher als aufgewecktes Kind gehalten, so sprengte Dylan alle Dimensionen.

[I],,Dylan? Meinst du wirklich, das ist okay?“ Mit ängstlichen Augen blickte der dunkelhaarige Lockenkopf hinauf in die Baumkrone, in der ihr bester Freund munter umher turnte. Es war eines dieser Wochenenden, die sie außerhalb von Las Vegas bei ihrer Großmutter verbrachten. Umgeben von Bäumen, Wiesen und all den schönen Sachen, die man in der Stadt misste. Wie gewohnt war es Dylans Idee gewesen, in den Baum des Nachbarn zu klettern und dort einige der verlockenden Äpfel zu stehlen, deren rote Farbe so unwiderstehlich schön war, dass man das Verlangen, hinein beißen zu wollen, kaum unterdrücken konnte. Besonders nicht als kleine Kinder. Dylan allerdings ließ sich von den Worten des jüngeren Mädchens nicht beirren, kletterte einfach weiter und wies Lauren nur noch einmal an, auch ja Wache zu halten und sofort ein Zeichen zu geben, wenn jemand kam. Unruhig blickte Lauren sich um, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Abwechselnd wanderte ihr Blick von der Umgebung wieder hinauf zu Dylan, um sicher zu gehen, dass es ihm auch wirklich gut ging und ihm nichts passiert war. ,,Dylan – beeil dich!“ Die Nervosität in dem jungen Mädchen wuchs immer weiter. Sie wusste, dass es falsch war, was sie gerade taten. Wie immer war sie die Stimme der Vernunft. Und wie fast immer, hörte Dylan nicht auf sie. Plötzlich landete ein Apfel mit einem dumpfen Ton neben ihr auf dem Boden, der Lauren beinah den Schreck ihres Lebens verpasste. Von oben grinste Dylan zu ihr hinab. ,,Probier mal!“ Lauren bückte sich, um den Apfel aufzuheben. Er sah wirklich lecker aus ... Nachdem sie ihn einmal mit dem Stoff ihres Rockes abgewischt hatte, setzte sie ihn an die Lippen und biss hinein. In dem Moment ertönte eine laute Stimme. ,,Hey! Was macht ihr da? Runter aus meinem Apfelbaum!“ Vor Schreck ließ Lauren den Apfel fallen.[/I]

Natürlich fiel die Strafe für die beiden nicht streng aus, sie waren schließlich nur Kinder, nicht wirklich wissend, was man machen durfte und was nicht. Und trotz der kleinen Standpauke, die sie sich von den Kindermädchen anhören durften – ihre Eltern waren beide zu sehr mit eigenen Dingen beschäftigt, als das sie sich um ihre Kinder kümmern würden – hörten Lauren und Dylan nicht auf. Kaum hatten sie einmal Blut geleckt, unternahmen sie jeden Tag irgendwelche Streifzüge, auf denen sie neue Sachen probierten und so viel Spaß wie nur möglich hatten. Die Häuser der Eltern wurden unsicher gemacht, stundenlang auf dem Sofa herumgehüpft und natürlich Spiele wie Verstecken oder Fangen gespielt. Wo Dylan war, war auch Lauren. Es verstrich kaum ein Tag, an dem sie sich nicht mindestens einmal trafen, notfalls erzählte man sich eben von Fenster zu Fenster Geschichten. Es hat unglaublich viele Vorteile, wenn der beste Freund direkt neben an wohnt. Und noch mehr Vorteilte, wenn auch die Eltern Gefallen aneinander finden und gute Freunde werden. Somit kam es auch immer häufiger zu gemeinsamen Essen, an der die ganze Familie Maloney und die ganze Familie Newman teilnahm.
Auch in der Schulzeit verblasste die Freundschaft der beiden Kinder nicht. Lauren zählte schon immer zu den guten Schülern, die aufmerksam zuhörten und im Unterricht so wenig Mist wie möglich machten. Diese Eigenschaft zog sich über die Jahre hinweg weiter fort und so machte sie sie mit siebzehn Jahren ihren Abschluss.

Lauren war den Großteil ihres Lebens auf sich alleine gestellt, besonders als sie für ein Kindermädchen zu alt wurde. Ihre Eltern waren oft nicht zu Hause und sie vermisste es, abends mit jemandem zusammen sitzen zu können. Anders als andere Kinder sehnte sie sich auch manchmal nach der Frage, wie es denn in der Schule gewesen sei. Ein klein bisschen mehr Aufmerksamkeit hätte ihr schon gereicht, aber bekommen hatte sie diese nur selten. Das höchste aller Gefühle war es, als ihre Eltern beide zu der Theateraufführung kamen, in der Lauren die Hauptrolle spielte – und nach dem dritten Akt allerdings wieder verschwanden, weil jemand aus Mr Maloneys Firma angerufen hatte und der selbstverständlich wichtiger war, als die eigene Tochter. Allerdings begann Lauren, sich damit abzufinden, was blieb ihr auch anderes übrig? Wie jedes Mädchen kam sie irgendwann in die Pubertät und wie jedes Mädchen veränderte sie sich in der Zeit. Vermutlich war das auch das Alter, in der die Freundschaft zu Dylan etwas auseinander ging. Dylan begann sich immer mehr für andere Mädchen zu interessieren. Lauren und er waren schließlich nur Freunde, viel interessanter waren doch die Mädchen, in denen man nicht nur gute Freunde sah. Lauren, die ihre Zeit bis dato meistens nur mit männlichen Freunden verbracht hatte, rutschte etwas in die Welt der Girlies ab. Plötzlich traf man sie sogar mit Wimperntusche auf der Straße, etwas, was sie sonst eher skeptisch betrachtet hatte. Sehr lange hielt diese Phase allerdings nicht, da sie nicht wirklich zu ihrem Wesen passte und sie sich in der Rolle der alten Lauren viel wohler gefühlt hatte. Außerdem konnte Dylan niemand die Position als bester Freund wettmachen – auch in Zukunft würde das sicher nicht schnell passieren. Nach ihrer Schulzeit entschied Lauren Maloney sich für ein Studium an der Universität von Las Vegas. Trotz der Chance, in das Studentenwohnheim zu ziehen, blieb sie bei ihren Eltern wohnen, schließlich hatte sie das große Haus die meiste Zeit eh für sich alleine. Die Freundschaft mit Dylan hielt und ebenso die Verbindung zu dessen Eltern, aufrechterhalten auch durch ihre eigenen Eltern. Es war nicht gerade eine Besonderheit, wenn sie von Mr und Mrs Newman zum Abendessen eingeladen wurde oder die Familien generell etwas gemeinsam machten. Schließlich kannten sie einander schon bald zwei Jahrzehnte. Eine unheimlich lange Zeit. Lang genug, um dem jeweils anderen blind zu vertrauen. Genau das tat Lauren – sie vertraute nicht nur Dylan, sondern vertraute auch dessen Mutter und dessen Vater. Vielleicht ein Fehler, wie man im Nachhinein sagen würde. Aber kaum einer erwartet doch Vertrauensbrüche von den Leuten, die man beinah sein Leben lang kennt und die einen noch nie enttäuscht haben.

Es war eben einer dieser Abende, bei denen Lauren bei der Familie Newman zum Essen eingeladen war. Lauren war wie immer zu früh, Dylan wie immer zu spät. Mrs Newman hatte sich ebenso noch nicht wieder in dem Hause eingefunden. Lauren setzte sich mit Michael Newman in das Wohnzimmer der Familie, wo man gemeinsam auf die anderen warten wollte. Noch heute könnte Lauren einem genau sagen, worüber sie damals geredet haben. Michael Newmans neuer Film, wie immer hatte sie interessiert nachgefragt und sich die gesamte Story erzählen lassen. Sie wusste sogar noch, dass sie sich damals gedacht hatte, wie schade es doch eigentlich war, dass sie das Ende des Filmes jetzt schon kannte und es sich so nicht lohnen würde, ihn sich überhaupt noch anzusehen. Die Zeit verstrich und plötzlich erwähnte er das neue Gästezimmer, das die Familie plane einzurichten. Für die Wandfarbe bräuchten sie angeblich noch den fachlichen Rat einer jungen Frau – Lauren. Ohne an der Wahrheit dieser Worte zu zweifeln, stand Lauren auf und folgte ihm hoch in das Gästezimmer. Warum sollte er sie denn auch anlügen? Es gab für sie keinen Grund, misstrauisch zu werden. Sie kannte Michael Newman doch mittlerweile gut genug. Und doch – das, was er dann tat, hätte sie ihn nie im Leben zugetraut.
Kaum in dem Zimmer angekommen, schloss er die Tür hinter sich und Lauren, drängte sie an die Wand und nutzte seine körperliche Überlegenheit schamlos aus. Schreien? Vergeblich. Wehren? Vergeblich. Sie war machtlos, bei allem, was sie tun konnte. Es war niemand zu Hause, wer sollte ihre Schreie hören? Ihr unkontrolliertes, panisches um sich schlagen brachte wenig. Michael Newman war nicht nur um einiges größer und schwerer, sondern auch viel kräftiger. Dazu kam der Schock, der sie im ersten Moment lähmte und der ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ. Lauren sah sich nicht im Stande, auch nur einen logischen Gedanken zu fassen, irgendwas – dass ihr vielleicht in der Situation geholfen hätte. Wie oft hatte sie schon von Selbstverteidigung gelesen und was man tun sollte, wenn man in Situationen wie diesen war? Reichlich. Und gerade jetzt war ihr Kopf wie leer gefegt, höchstens gefüllt von panischer Angst und Verzweiflung. Mr Newman bekam, was er wollte.
Er ließ sie danach alleine zurück in dem Zimmer, sagte ihr vorher, sie solle sich wieder anziehen und runterkommen. So tun, als sei nichts gewesen? Lauren saß auf dem Boden, weinend, zitternd und nicht in der Lage, sich zu beruhigen. Ihre Schultern bebten, sie schnappte nach Luft – und stürzte schließlich nebenan ins Badezimmer. Das Erbrechen ließ sie nicht besser fühlen. Zurück blieb weiterhin das Gefühl der blanken Panik, der Beschämung und der Tatsache, benutzt geworden zu sein, wie eine Puppe, die sich nicht hatte wehren können. Seine Hände [I]überall[/I], sein Atem, der unendliche Ekel. Lauren hatte die Möglichkeit, einfach sitzen zu bleiben. Zu hoffen, dass Dylan sie finden und ihr helfen würde. Aber das würde nicht passieren, dafür sorgen würde Mr Newman höchstpersönlich. Die junge Frau war sich über die Konsequenzen bewusst, die es haben würde, sollte sie es jemandem erzählen, sollte sie damit zur Polizei gehen. Michael Newman war ein angesehener Mann, jemand dem man mehr glauben würde, als irgendeiner zweiundzwanzigjährigen Frau. Michael Newman war ein angesehener Mensch in Las Vegas und man hätte der jungen Frau vielleicht vorgeworfen, sie würde dem Schauspieler das Kind nur unterjubeln wollen, um an Geld zu gelangen. Sie würde als hysterischer Fan dargestellt werden, als geldgeil. Weiter nichts. Vermutlich würden nicht einmal ihre Eltern ihr zuhören, ihr helfen und sie unterstützen. Sie hielten viel von den Newmans. Viel zu viel. Dylans Mutter hatte als Anwältin genug Macht, um ihr gesamtes, weiteres Leben zu zerstören. Sie konnte es schaffen, sie ohne Gnade in Grund und Boden zu rammen, sie kläglich untergehen zu lassen, ohne das Lauren selber auch nur eine klitzekleine Chance hatte. Also tat Lauren ein weiteres mal, was von ihr verlangt wurde. Sie wusch sich, zog sich an und schminkte sich nach. Ohne etwas zu erwähnen, kehrte sie nach unten zurück, setzte sich an den Tisch und aß – wie in Trance.

Sie erzählte Dylan auch in der weiteren Zeit nichts davon, auch wenn er ihr vermutlich glauben würde. Es würde am Ende auf dasselbe hinaus laufen. Es würde zu der Polizei gelangen, zu Mrs Newman und schließlich würde es ihr eigener Untergang sein. Sie war gezwungen, nichts zu tun, irgendwie zu versuchen, damit zu leben. Die Zeit darauf war wie die Hölle, vor allen Dingen, weil sie versuchen musste sich auch weiterhin nichts anmerken zu lassen. Ob ihr das gelang, ist zweifelhaft. Treffen mit Dylan oder gar seiner Familie ging sie erst einmal aus dem Weg. Am Telefon überlegte sie sich Ausreden, wenn man sich auf dem Gang traf, verschwand sie eilig, mit einem gespielten Lächeln auf den Lippen. Wie ging man mit einem Leben um, von dem man das Gefühl hatte, es würde nicht mehr das eigene sein? Egal, was sie tat, Michael Newman schien allgegenwärtig, immer in ihren Gedanken und immer mit einer dazugehörigen Portion Angst und Wut. Wut darüber, dass sie unfähig war, etwas dagegen zu tun.
Und als ob ihr das Leben nicht schon genug angetan hatte, hielt es einen weiteren Schock für sie parat, einer der ihr nur noch einmal verdeutlichte, dass sie ihn nie loswerden würde. Eigentlich war es eine reine Routineuntersuchung beim Arzt gewesen, eine bei der man sich einmal durchchecken ließ und dann wieder ging, meistens mit der Nachricht, dass einem nichts fehlte. Freudestrahlend, mit dem Gedanken, er würde Miss Maloney damit eine gute Nachricht überbringen, verkündete der Arzt ihr die Folgen. Schwanger. Von einem Mann, den sie nicht liebte. Einem Mann, den sie verabscheute und der sie zu Boden gebracht hatte, sodass sie das Gefühl hatte, nicht wieder aufstehen zu können. Und noch immer war sie zum Schweigen gezwungen. In der sechsten Woche sei sie mittlerweile. Und es bestünden keine Zweifel. Sechste Woche ... Es bestand die Chance zur Abtreibung, etwas worüber sie sich unter anderen Umständen keine Gedanken gemacht hätte. Aber jetzt – sie wollte kein Kind, von jemandem, der sie nur benutzt hatte. Sie war zweiundzwanzig! Unfähig, gerade für sich selbst zu sorgen und noch unfähiger, alleine für ein Kind zu sorgen. Sie wollte kein Kind, dem sie vermutlich nicht einmal in die Augen gucken konnte, ohne an den einen Abend erinnert zu werden. Es gab kaum eine Zeit in Laurens Leben, in der sie sich mehr danach sehnte, sich jemandem anvertrauen zu können. Eine Schulter, an der sie sich ausweinen konnte, jemand dem sie vertraute und der ihr helfen konnte. Es gab diese Person, aber der konnte sie es nicht sagen. Sie war auf sich alleine gestellt, wie fast immer in ihrem Leben. Aber dieses Mal war es anders. Dieses Mal wusste sie, dass, egal für was sie sich entscheiden würde, der Albtraum nicht enden würde.

Es dauerte noch weitere Tage und Wochen, bis Lauren sich Dylan anvertraute. Relativ schnell hatte dieser erkannt, dass mit seiner besten Freundin etwas ganz und gar nicht in Ordnung war. Irgendwas musste die junge Frau erschüttert haben und sein Vorhaben, eben dies in Erfahrung zu bringen, gelang ihm – zumindest teilweise. Seinen durchdringenden Blicken und gezielten Worten nicht mehr standhaltend erzählte Lauren ihm eines Tages in einem Eiscafé von der Schwangerschaft. Der Schock und die Überraschung waren ihm deutlich anzusehen und auch er brauchte einige Sekunden, um den Inhalt der Nachricht zu erkennen. Wer rechnete schon damit, dass die zweiundzwanzigjährige beste Freundin einem eines Tages plötzlich eröffnete, dass sie ein Kind erwartete? Völlig überfordert mit der Situation und nicht wissend, wie es weitergehen sollte. Kaum hatte Dylan sich jedoch von dem Schock erholt, verhielt er sich wie der beste Freund, den man sich nur vorstellen konnte. Er erkannte schnell die Probleme, die sich bei Lauren ergaben, besonders in Hinsicht auf ihre Familie, und bot ihr an, bei ihm einziehen zu können. Nur zu gerne nahm die zu Tränen gerührte Lauren – man mochte diesen Gefühlsausbruch bitte auf die Schwangerschaftshormone schieben, die bei ihr sowieso gerade verrückt spielten – das Angebot an und wenige Wochen später wurde das Gästezimmer in Dylans Appartement zu einer vorläufigen Unterkunft für die junge Frau umfunktioniert.
In Anbetracht dieser Tatsache und einigen weiteren, sorgfältigen Überlegungen entschloss Lauren sich schließlich dafür das Kind zu behalten. Die womöglich schwerste Entscheidung im Leben der Lauren Maloney und obwohl in den folgenden Wochen ab und zu Zweifel aufkamen, bereute sie die Entscheidung nicht. Es war nun also das Phänomen der immer runder werdenden Lauren zu betrachten, die jedes auch nur erdenkliche Buch über Schwangerschaften las und theoretisch bestens für die Zeit nach der Schwangerschaft vorbereitet war. Dass aber zwischen der Theorie und der Praxis meist Welten lagen, war allgemein bekannt und so konnte sie ihre Ängste und Zweifel nie gänzlich ablegen. Was war, wenn sie dem Kind nicht die Liebe geben konnte, die es verdiente, weil sie sich immer an die Vergewaltigung erinnert fühlte? Wenn sie alleine nicht mit der Situation zu Recht kommen würde? Wenn alles eine Nummer zu groß für sie war? Natürlich konnte sie mit der Unterstützung Dylans rechnen, der ihre Launen und Panikattacken während der Schwangerschaft mit Bravour ertrug. Aber auch er konnte nicht die sehnlich erwünschte Hilfe und Unterstützung der eigenen Eltern, die noch immer nichts über die Schwangerschaft ihrer Tochter Bescheid wussten, ersetzen. Oder die des Vaters eines Babys. Nicht, dass Lauren sich Hilfe von Michael Newman wünschte. Wenn es nach ihr ging, würde dieser nie erfahren, dass es sein Kind war und er würde nie auch nur eine Sekunde alleine mit diesem verbringen. Dylan hatte schnell erkannte und akzeptiert, dass Lauren ganz offensichtlich nicht danach zu Mute war, über den Vater des Babys zu sprechen oder Dylan überhaupt erst einmal einzuweihen, wer dieser war. Somit kam Lauren gar nicht erst in die bedrohliche Lage, ihn anzulügen oder ihm gar die Wahrheit erzählen zu müssen. Die verheerenden Folgen der zweiten Alternative mussten an dieser Stelle bestimmt nicht noch einmal aufgeführt werden.
So richtig Realität wurde die Schwangerschaft, als Lauren im sechsten Monat erfuhr, dass sie ein Mädchen erwartete. Sie würde Mutter werden. Sie würde eine Tochter haben. In weniger als vier Monaten! In Laurens Schlafzimmer begannen sich immer mehr Kuscheltiere und Spielsachen zu stapeln. Neben der konstanten Angst und Panik baute sich auf einmal auch so etwas wie eine kleine Vorfreude in Lauren auf und sie find an, das Kind in sich drinnen nicht mehr als nur irgendeines zu bezeichnen, sondern als ihr Baby. Es war noch immer eine Reise ins Unbekannte, in eine große Verantwortung. Viele Dinge waren für sie noch ungewiss und ungeklärt. So zum Beispiel auch die Frage, ob sie es ewig schaffen würde, die Identität des Vaters vor dem zukünftigen Patenonkel geheim zu halten ...





DARSTELLER:
[*] Natalie Portman.


ZWEIT/DRITTCHARAKTER?
[*] Yves Leyton.




KANN BEI VERLASSEN EUER CHARAKTER NEU VERGEBEN WERDEN?
[*] Ja, da es schließlich ein gesuchter Charakter war.


... MIT STECKBRIEF?
[*] Nein.


... MIT SET?
[*] Nein.






SCHREIBPROBE:
FORUM: http://25062.rapidforum.com/ CHARAKTER: Nathanael Black

[*] Eine Stunde und dreiundzwanzig Minuten hatte Nathan gebraucht, um richtig betrunken zu werden. Eine Stunde und dreiundzwanzig Minuten, um die Hälfte seines Kühlschranks leer zu trinken. Eine Stunde und dreiundzwanzig Minuten, für zwei Drittel der Flasche puren Wodkas, zwei Bier und ein Glas Milch.
Und jetzt lief er – nur mit schwarzer Boxershorts bekleidet – durch seine Wohnung, die kein bisschen an Weihnachten erinnerte. Nirgendwo fand man einen Tannenbaum, einen Adventskalender oder auch nur das kleinste Fitzelchen Dekoration. Seine Wohnung sah aus wie immer. Aber was hatte man auch anderes erwartet? Chaotisch war wohl das erste Adjektiv, das einem dazu einfiel. Auf dem Boden fand sich eine leere Pizzapackung und auf dem Weg zu seinem Schlafzimmer lagen Kleidungsstücke verstreut. Links von dem Kühlschrank lagen einige Scherben auf dem Boden, die Überbleibsel des zersprungenen Milchglases.
Das einzige, was ein kleines bisschen darauf hindeutete, dass Weihnachten war, war die Weihnachtsmannmütze auf Nathans Kopf. Mit dieser stolzierte der vierundzwanzigjährige Mann jetzt auf die Balkontür zu und riss sie auf. Beziehungsweise, [I]stolzieren[/I] war wohl nicht der richtige Ausdruck. Sein Gang erinnerte eher an den von Jack Sparrow, vermischt mit einem Hundewelpen, der das Gehen noch nicht gelernt hatte. Es war nahezu ein Wunder, dass er die Tür ohne Hinzufallen erreichte. Auch wenn er nur knapp einer Kollision mit der Glastür entgangen war.

Mit zitternden Händen steckte Nathan sich eine Zigarette an. Es war arschkalt auf dem Balkon und die Tatsache, dass er nur eine Boxershorts und eine Weihnachtsmannmütze trug, machte die Situation wirklich nicht besser. Sein Vorsatz, mit dem Rauchen aufzuhören, war längst vergessen. Es war sowieso ein scheiß Vorsatz gewesen. Und eigentlich waren Vorsätze doch eh nur was für Sylvester. Wobei es stark zu bezweifeln war, dass er da seinen Vorsatz einhalten würde.
Nathan nahm einen tiefen Zug von der Zigarette und lehnte sich weiter über das Geländer. ,,Merry fucking christmas!“, rief er so laut er konnte und von der Straße aus drehte sich tatsächlich einige verwundert zu allen Seiten um. Wahrscheinlich die Menschen, die ebenfalls keinen zum Feiern hatten oder auf dem Weg zu ihren Verwandten waren. So richtig Feiern würden einige ja auch erst am nächsten Morgen. Zumindest würden dann die kleinen, verwöhnten Kinder mit ihren Geschenken vom Weihnachtsmann – hahaha – überhäuft werden. Sollten sie doch ersticken darunter. Kaum vorstellbar, das Nathan mal zu diesen kleinen Kindern gehört hatte. Jetzt bekam er gar keine Geschenke mehr. Und er vermisste sie auch nicht.

Nathanael kehrte kurz ins Wohnzimmer zurück und schnappte sich die graue Decke vom Sofa. Mit dieser bewaffnet ging er zurück auf den Balkon. Er legte sich die Decke über die Schultern, setzte sich auf das Geländer und lehnte sich hinten gegen die Hauswand gegen. Sehr viel nutzte die Decke nicht, da seine Beine immer noch unbedeckt waren. Und das bei einer Temperatur von einem Grad Celsius. Nathan schnippte die Asche von seiner Zigarette hinab und diese fiel dreizehn Stockwerke tief, bis sie auf der Erde ankam. Falls sie überhaupt ankam und nicht schon viel früher von dem Wind in alle Windrichtungen gerissen wurde.
Während Nathan weiter auf den Boden hinab blickte, fragte er sich, welcher Tod wohl schöner war. Tod durch Erfrieren oder Tod durch Fall aus dem dreizehnten Stockwerk. Sehr sicher war seine Position auf dem Geländer nicht und er hielt sich nur mit einer Hand fest, da die andere mit der Zigarette beschäftigt war.
[I]Wenn ich jetzt fallen würde ...[/I]
Tot wäre er bestimmt, Überlebungschancen waren so gut wie Null. Wer überlebte schon einen Fall aus dem dreizehnten Stockwerk? Nathan beugte sich noch ein Stückchen weiter vor. Wenn er Glück hatte, landete er in dem Haufen Schnee, der von den Einwohnern zum Straßenrand geschoben worden war. Aber auch das würde den Aufprall nicht sehr mildern. Vielleicht hatte er auch Pech und landete auf einem der parkenden Autos. In beiden Fällen kein sehr schöner Tod ...
Nathan schloss die Augen und zog ein weiteres Mal an seiner Zigarette.





THE STUFF






LAUREN MALONEY
CRACKING PORCELAIN

TWENTY PLUS TWO YEARS OLD
STUDENT & HALF-TIME-EMPLOYEE
PREGNANT AND BROKEN

I’VE GOT TO CHOOSE BETWEEN
TOMORROW AND YESTERDAY

THOSE FOND MEMORIES LEFT ME
STRIPPED AND I’M IN AGONY





Hier werden im Laufe der Zeit Fotos und andere Erinnerung aus Laurens bisherigen Leben erscheinen. Größtenteils versehen mit ihren Notizen, sodass es gleichzeitig die Funktion eines Tagebuchs hat. Erinnerungen an besonders Ereignisse in ihrem Leben oder einfach nur an ihre Freunde oder ihre Familie.

O N C E upon a time
14 th of august 1997
Eines dieser gestellten Bilder, die Eltern von einem für das Familienalbum machen – und natürlich werden sie an alle Familienmitglieder geschickt, mit einer netten Karte und einem kurzen Gruß. So hat man erstens eine schöne Erinnerung und zweitens den nötigen Familienfirlefanz, wie meine Eltern ihn gerne nennen, für das Jahr erledigt. Auf dem Bild bin ich zwölf Jahre alt. Die Haare sind noch erstaunlich kurz und die Haarspange ist mittlerweile kaputt. Im Hintergrund sieht man ein Poster von meiner damaligen Lieblingsband.



looking kind of A N N O Y E D
6th of march 2oo1
Ich habe keine Ahnung, unter welchen Umständen dieses Bild aufgenommen wurde, ebenso wenig kann ich mich erinnern, warum ich auf diesem Bild so genervt oder auch traurig gucke. Möglicherweise, weil ich keine Lust hatte, fotografiert zu werden. Normalerweise lächele ich beinah schon automatisch, wenn eine Kamera auf mich gerichtet wird, aber an diesem Tag war es wohl anders. Das Kleid auf dem Bild war zu dem Zeitpunkt mein absolutes Lieblingskleid, sodass ich es wöchentlich mindestens einmal getragen habe.



D Y L A N et M O I
17th of november 2oo2
Ich finde, es ist eines der schönsten Bilder, das je von Dylan und mir gemacht wurde und das auch noch in einer Zeit, in der unsere Freundschaft nicht so eng war, wie sonst. Aufgenommen wurde das Bild bei mir zu Hause, aus einer spontanen Aktion heraus. Es gibt noch mehr Bilder von diesem Fotoshooting, falls man es so nennen kann, wenn zwei Jugendliche aus Langeweile heraus zur Kamera greifen. Dylan sieht irgendwie leicht bedröppelt aus, könnte an den Hasenohren liegen, die ich ihm mit meinen Fingern mache.



C E L E B R A T I N G my 18th birthday
13th of may 2oo3
Wie unschwer zu erkennen ist, bin ich gerade am Auspusten der Kerzen. Ich glaube, das war die größte Torte, die ich je gesehen habe. Und vor allen Dingen die Leckerste. Meine Eltern haben diese Überraschungsparty für mich veranstaltet, mit allen meinen Freunden. Von eben einem dieser Freunde stammt auch das kleine Krönchen auf meinem Kopf. Princess for a day - genauso habe ich mich an dem Tag auch gefühlt. Gut, gemeinsam mit meinem achtzehnten Geburtstag erledigte ich auch gleich noch meinen ersten Vollrausch.



P R O M night
3rd of july 2oo3
Ein paar Wochen nach meinem achtzehnten Geburtstag gab es gleich das nächste, große Ereignis in meinem Leben. Erst der Abschluss der Highschool und dann der dazugehörige Prom. Eigentlich schade, das ich danach nie wieder eine Gelegenheit hatte, um das schöne lilane Kleid anzuziehen. Aber das ist wahrscheinlich der Sinn an solchen Ballkleidern ... Es war aus mehreren Gründen ein besonderer Abend, der gleichzeitig auch wunderschön war. So, wie man sich einen Prom vorstellt, wie er in Filmen gezeigt und in Büchern beschrieben wird.



me and F R I D A Y
3rd of December 2oo4
Friday ist der Hund unserer Nachbarin Mrs Walton, den ich besonders zu der damaligen Zeit beinah schon als mein eigenes Haustier betrachtet habe. Ich habe es geliebt, mit dem kleinen Hund Spaziergänge durch den Park zu machen oder sonst wie Zeit mit ihm zu verbringen und das hat nichts mit dem Geld zu tun, das ich Hin und Wieder von Mrs Walton dafür bekommen habe. Meine Eltern haben mir nie erlaubt, selbst einen Hund zu haben. Immer waren es nur kleine Haustiere, die nicht so viel Arbeit machten.



S H O P P I N G days
21st of april 2oo7
Eines der aktuellsten Bilder von mir und doch schon wieder über ein halbes Jahr alt. Ich war an dem Tag mit einer guten Freundin in der Stadt einkaufen, die mich ohne Ankündigung mit ihrem Handy auf der Straße fotografiert hat. Deswegen gucke ich auch nicht in die Kamera. Die Sonnenbrille war zu dem Zeitpunkt gerade mal einige Stunden alt und war am selben Tag in einem kleinen Geschäft von mir erstanden worden – was zur Folge hatte, das ich sie natürlich gleich aufsetzen musste. Selbst wenn die Sonne an dem Tag überhaupt nicht schien ...


f e m a l e

noelle matthews
lauren maloney
virginia sparks
lina valentine

m a l e

nathanael black
yves leyton

o t h e r s

Pixie
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